Bienenfreundliche Gärten

Auf sehr große Resonanz stieß der Aktionstag des Kreisverbandes zum Thema bienenfreundliche Gärten auf dem Wochenmarkt in Neuburg am Samstag, 28. April 2018. Interessierte Bürger konnten sich am Stand des Kreisverbandes darüber informieren, wie sie die Attraktivität ihrer Gärten für alle Arten von Insekten steigern können.

Biene an Lavendel (Foto: Erwin Pommer)

Dabei sind es eigentlich einfache Regeln. So erfuhren die Gartenbesitzer anhand der ausgestellten Gehölze und Stauden, dass schon die Sortenwahl den Nutzen für Bienen und andere Insekten erhöhen kann.

Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind unersetzlich!
Unsere Dörfer und Städte sollen wieder mehr blühen!
Helfen Sie mit! Jeder qm zählt!

 

Als Blütenbestäuber sorgen Insekten für Samen und Früchte. Sie sind damit nicht nur für die Vermehrung vieler Pflanzen unentbehrlich, sondern auch für die Ernährung von Mensch und Tier. Doch die Insekten finden immer weniger Nahrungsquellen. Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blüht es immer weniger. Auch die für die Entwicklung wichtigen Ruhe-, Brut- und Überwinterungsplätze werden immer seltener. Während die Kulturbienen eine Vielzahl von Pflanzen nutzen können, brauchen viele unserer Wildinsekten einheimische Pflanzenarten.

Bienen-Pflanzen von Frühjahr bis Herbst

Achten Sie bei der Pflanzung von Bäumen und Sträuchern neben Zuchtformen auch auf heimische Pflanzenarten und auf Pflanzen, die Nektar und Pollen ausbilden. Obstbäume sind eine ideale Futterquelle für viele Insekten. Es gibt mittlerweile auch kleinwüchsige Bäume für kleine Gärten. Achten Sie bei Rosen auf ungefüllte Sorten. Von Imkern auch empfohlen: Beerensträucher aller Arten, Felsenbirne, Wildrose, Schlehe, Fingerstrauch, Kletterhortensie, Schneebeere, Weißdorn, Mandelbäumchen, Zierquitten und Weiden.

Heimische Stauden sind unersetzlich für viele unserer Insekten. Empfohlen u.a.: Schafgarbe, Malven, Herbstastern, Sonnenhut, Wasserdost, Ysop, Blut-Weiderich, Katzenminze, Dost, Salbei, Fetthenne, Thymian, Eisenkraut, Karthäusernelke, Witwenblume, Phlox, Kräuter aller Arten.

Verwenden Sie möglichst auch Arten, die früh im Jahr oder spät im Jahr blühen. So bieten Sie den Insekten in den futterarmen Jahreszeiten Pollen- und Nektarquellen. Blumenzwiebeln wie Schneeglöckchen, Krokusse, Winterlinge sind wertvolle Frühblüher. 
Bepflanzen Sie auch Balkonkästen, Tröge, Kübel, Wannen, etc. mit insektenfreundlichen Pflanzen.

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Unsere Kreisfachberatung stellt hier Artenauswahllisten für Bienen-Bäume, -Sträucher und -Stauden für den Garten zur Verfügung.
Insbesondere ist es bei der Pflanzenauswahl wichtig, Pflanzen mit ungefüllten Blüten zu verwenden und sterile Züchtungen ohne Nahrungsangebot zu meiden.

Blühende Wiesen statt reiner Zier-Rasen

Versuchen Sie auf einem Teil Ihrer Rasenfläche Blumen und Kräuter anzusäen. Saatgutmischungen gibt es sowohl für den von artenreichen Blühwiesen bevorzugten nährstoffarmen, durchlässigen Boden in sonniger Lage aber auch in Mischung mit Gräsern für nährstoffreichere Böden. Für die Neuanlage einer Blumenwiese wird das tiefe Umgraben oder das Abtragen der nährstoffreichen Grasnarbe empfohlen. Auf Kahlstellen und aufgeharkten Stellen im Rasen können mehrjährige oder einjährige Blumenmischungen eingesät werden. Die einjährigen Mischungen müssen allerdings im nächsten Jahr nachgesät werden. Experimentieren Sie! Der Handel bietet viele interessante Mischungen. Wer keine Blumenwiese anlegen kann, sollte seinen Rasen nicht zu oft und nicht zu tief mähen. Lassen Sie ruhig Gänseblümchen stehen. Sie sind eine erste wichtige Futterquelle für Insekten.

Nutzen Sie unbepflanzte Flächen im Garten zur Anpflanzung von Blumen. Baumscheiben und Kahlstellen zwischen Sträuchern können eingesät oder bepflanzt werden. Auch die Kiesfläche um das Haus kann mit Sedum bepflanzt werden. Hierzu wird einfach eine 3 cm starke Schicht Blumenerde aufgestreut und leicht eingegossen. Säen Sie abgeräumte Gemüsebeete mit einer Gründüngung, z.B. Phacelia (deutsch: Bienenfreund!) ein. Begrünen Sie das Flachdach vom Müllhäuschen! Dort gedeihen Fetthenne und Sedum, Hauswurz und Thymian. Mittlerweile gibt es auch Samenmischungen für die Dachbegrünung.

Grüne Wände

Nutzen Sie die Wände von Haus, Schuppen und Garage zur Anpflanzung von Kletterpflanzen.
Manchmal genügt es schon mehrere starke Haltedrähte zu ziehen oder Stangen einzuschlagen. Clematis, Hopfen, Geißblatt, Kletterhortensie und Trompetenblume wachsen ohne die Fassade arg in Mitleidenschaft zu ziehen. Auch einfache Wicken, Stangen- und Feuerbohnen sind wertvolle Nahrungsquellen für die Insekten. Mit ihnen lassen sich Gartenzäune begrünen. Robuste Bäume können Rambler-Rosen als Klettergerüst dienen.

Seien Sie weniger ordentlich im Garten! Schaffen Sie Ruhe-, Brut- und Überwinterungsplätze für die Insekten.

Steinhaufen und Wasserstellen

Belassen Sie Holzstapel und Steinhaufen. Legen Sie Trockenmauern mit Ritzen und Fugen an. Eine Vogeltränke, ein Wassertrog oder Mini-Teich werden an heißen Tagen von Insekten angeflogen. Lassen Sie die Blumen in den Fugen Ihres Gartenweges stehen. Bauen Sie mit den Kindern ein Insektenhotel. Lassen Sie im Herbst etwas Obst für die Insekten und Vögel liegen. Kürzen Sie nicht alle Stauden im Herbst ein. Viele Insekten überwintern in den Stängeln.

Seien Sie mutig! Beschränken Sie den Einsatz von Chemie im Garten auf ein Minimum!
Nicht jedes Insekt ist gefährlich und muss gleich verjagt werden. Auch nicht jedes vermeintliche Unkraut muss sofort entfernt werden.

Und ein letzter Tipp: Auch wenn Sie Blumenwiesen, Brut- und Nistplätze für Insekten geschaffen haben, seien Sie nicht enttäuscht, wenn sich nicht sofort Insekten in Ihrem Garten einfinden. Die Insekten wandern von Fläche zu Fläche. Daher ist es notwendig, dass möglichst viele Blühflächen und Biotope geschaffen werden. So werden die Gärten miteinander vernetzt. Es zählt wirklich jeder qm!

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